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Erfolgreiche Umschulung zur Pflegefachkraft. Der glückliche Umweg unserer Altenpflegerin Christina Melzner vom Einzelhandel in die Intensivpflege.

Christina Melzner

Christina Melzner, unsere erste Auszubildende, über ihre „persönliche Berufung“ und den rasanten Erfolgsweg im Lebenswert-Team.

Die gebürtige Tirschenreutherin Christina Melzner gehört als examinierte Altenpflegerin seit 2012 zum Intensivpflege-Team und war, worauf wir sehr stolz sind, unsere allererste Auszubildende im Unternehmen. Ihr Erfahrungsbericht ist ein gutes Beispiel dafür, dass private Schicksalsschläge die Berufswahl beeinflussen können, dass gute Pflege Zeit, Empathie und Verstand braucht und dass manchmal ein glücklicher Zufall zum Traumjob führt.

Es wird Euch vielleicht wundern, aber direkt nach meinem Schulabschluss hatte ich noch ganz andere Berufspläne. Ich lernte zunächst Kauffrau im Einzelhandel und war insgesamt sieben Jahre in meinem Job tätig. Nach dieser langen Zeit verschlug es mich dann für ein Jahr als Rezeptionistin nach Österreich. Wieder zurück in Deutschland, arbeitete ich ein Jahr lang als Pflegehelferin in einem Altenheim, bis ich dann im Jahr 2012 meinen Job im Lebenswert Intensivpflege-Team antreten konnte.

Ich beschloss, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Der eigentliche Grund, warum ich mich für den Pflegeberuf entschieden habe, war meine Oma. Sie war jahrelang schwer krank und brauchte bei den ganz alltäglichen Dingen sehr viel Unterstützung. Leider war es meiner Familie finanziell nicht möglich, sie in einem Pflegeheim unterzubringen. Also beschloss ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen …

Das war allerdings anfangs schwieriger, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen, dies wurde mir aber zunächst leider nicht als Umschulung genehmigt. Zumindest konnte ich mit einer einjährigen Ausbildung zur Pflegehelferin erste Erfahrungen sammeln. Anschließend arbeitete ich ein Jahr lang im Pflegeheim.

Ein glücklicher Zufall änderte alles.

Meinen beruflichen Neustart im Lebenswert-Team habe ich einem glücklichen Zufall zu verdanken. Beim Einkaufen traf ich meine jetzige Chefin, Nermin Karbstein. Wir kamen ins Gespräch und überraschenderweise machte sie mir daraufhin ein spontanes Angebot: „Warum kommst Du nicht einfach zu uns?“ Ich musste nicht lange überlegen und habe mich natürlich riesig gefreut. Zuerst wurde ich als Hauswirtschaftskraft und Pflegehelferin eingestellt. Nach ungefähr zwei Jahren wurde mir endlich meine Ausbildung als Altenpflegerin in verkürzter Form, also auf zwei Jahre genehmigt. Von da an war ich die erste „Azubine“ bei Lebenswert!

Eine Sache werde ich nie vergessen.

Ich erinnere mich besonders gerne an meinen Start bei Lebenswert. Es war ein tolles Gefühl zu sehen und zu erleben, dass Pflege tatsächlich so umgesetzt werden kann, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Zeit spielt einfach keine Rolle. Wünsche der Bewohner werden berücksichtigt. So zum Beispiel im Falle eines damaligen Bewohners, der sich nichts mehr wünschte, als noch einmal sein gewohntes Zuhause zu besuchen. Ohne lange zu zögern erfüllten wir ihm diese so verständliche Herzensangelegenheit. Eine ganz tolle Aktion, die ich persönlich nie vergessen werde und die uns alle besonders berührte.

Natürlich gab es auch stressige Seiten an meiner verkürzten Ausbildung. Sie war sehr intensiv und anspruchsvoll, da mir ja das erste Jahr fehlte. Oft stand ich unter theoretischem Leistungsdruck, da ich immer wieder verschiedene Praktika und Prüfungen ablegen musste.

Christina Melzner

Das gute Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

Das Spannende an meinem Pflegeberuf ist, dass eben kein Arbeitstag wie der andere ist. Es bleibt immer abwechslungsreich und spannend. Schließlich können sich gerade in der Intensivpflege Situationen sehr schnell ändern. Wir tragen alle große Verantwortung und versuchen Menschen mit schweren Schicksalsschlägen ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen. Entsprechend gibt mir der Job auch sehr viel Positives zurück, da ich schwerstkranken Menschen einen strukturierten Alltag geben kann.

Die besondere Herausforderung ist dabei, nicht nur die pflegerischen Tätigkeiten durchzuführen, sondern auch das Soziale dabei nicht zu vergessen. Also sich Zeit für ein Gespräch mit Bewohnern zu nehmen oder in nicht so schönen Momenten einfach mal die Hand zu halten.

Was ich damit sagen will, ist: Bei all den Turbulenzen im Intensivpflege-Alltag liegt es mir besonders am Herzen, die Patienten so zu versorgen, wie ich es mir auch für mich selbst wünschen würde. Ein „Dankeschön“ oder ein liebes Lächeln meiner Patienten geben mir das besondere Gefühl, dass ich bei meiner Arbeit alles richtiggemacht habe.

Intensivpflege – eine Aufgabe, der man gewachsen sein muss.

Um den Job als Pflegekraft stemmen zu können, sollte man meiner Meinung nach folgende Eigenschaften mitbringen: An erster Stelle steht die Empathie, denn auch in den größten Stresssituationen ist es wichtig, Vertrauen, Verständnis und Ruhe zu vermitteln.

Daneben spielt aber auch Professionalität eine große Rolle. Man muss in der Lage sein, Arbeit und Privates zu trennen. Denn das Schicksal schlägt in unserer Branche oft gnadenlos zu. Emotionale Ereignisse begleiten einen als Pflegekraft quasi ständig. Wenn man es nicht schafft, hier eine klare Grenze zum Privatleben zu ziehen, schlägt das schnell auf die Psyche. Hier sollte man sich bei der Berufswahl sehr ehrlich und objektiv einschätzen.

Ein großes Maß an Teamfähigkeit sollte man unbedingt mitbringen. Nur wenn man sich gegenseitig hilft und gut ergänzt, klappt eine reibungslose und eingespielte Zusammenarbeit.

Ich glaube, dass sehr viele junge Menschen diese „Gaben“ in sich tragen, sich dessen aber schlichtweg nicht bewusst sind. Oder aber, sie trauen es sich einfach nicht zu.

Mich persönlich hat dieser Beruf auf jeden Fall sehr verändert, denn ich erlebe jeden Tag, wie schnell alles vorbei sein kann. Dadurch habe ich eine völlig neue Einstellung zum Leben entwickelt, worüber ich sehr froh bin.

Dabei geht es um so viel mehr …

Oft werde ich gefragt, was passieren müsste, damit sich wieder mehr junge Menschen für eine Karriere in der Pflegebranche entscheiden. Ich glaube, da müsste sich schon so einiges ändern, allem voran das Thema „Dokumentation“. Es gibt in unserem Beruf wirklich Wichtigeres, als stundenlange Schreibarbeiten zu erledigen. Zum Beispiel einfach mehr Zeit mit den Bewohnern verbringen zu können.

Bei Lebenswert werden diese Punkte bereits sehr gut umgesetzt, aber in vielen Pflegeheimen sollte eine bessere praktische Ausbildung angeboten werden, mehr in Personal investiert werden und auch die Bezahlung sollte fairer sein.

Außerdem würde ich mir wünschen, dass unser Beruf wieder ein besseres Ansehen in der Gesellschaft bekommt. Viele denken ja, es geht in unserem Job nur darum, kranke Menschen zu waschen und ihnen das Essen zu geben. Dabei geht es um so viel mehr…

Leistungen, die eben nicht selbstverständlich sind.

Deshalb freut es mich, dass Lebenswert sowohl Bewohnern als auch Mitarbeitern so viel Wertschätzung entgegenbringt. Pflegebedürftige werden hier so behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte. Dazu braucht man natürlich vor allem Zeit. Nur ohne Druck kann man Pflege so durchführen, wie man es in der Schule gelernt hat. Bei Lebenswert funktioniert das sehr gut.

Auch wir Mitarbeiter profitieren von den besonderen Leistungen, die eben in unserem Beruf alles andere als selbstverständlich sind. Bei familiären Notfällen hat man beispielsweise Anspruch auf Ruhezeiten. Darüber hinaus bekommen wir einen bezahlten „Relaxtag“ im Monat, also zwölf zusätzliche Urlaubstage.

Außerdem findet man immer ein offenes Ohr bei den Chefs für persönliche Probleme oder wenn man einfach mal Dampf ablassen muss.

Mein Motto: Sei frech, sei wild, sei wunderbar!

Wie heißt es so schön: „Arbeit ist ja nur das halbe Leben“ … Und gerade für uns Pflegekräfte ist es wichtig, einen gesunden Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen. Ich für meinen Teil reise sehr gerne, am liebsten nach Mallorca. Fast jedes Jahr fliege ich dorthin. Inzwischen ist die Insel meine zweite Heimat geworden.

Wenn ich Zeit habe, besuche ich hin und wieder Flohmärkte oder düse mit den Inline-Skates oder dem Fahrrad durch die Gegend.

Zum Runterkommen nach einem schweren Tag hilft es mir, im Wald spazieren zu gehen oder ein gutes Buch zu lesen. Auch mein Lebensmotto tut dabei sein Übriges, das ich euch gerne ans Herz lege:

Sei frech, sei wild, sei wunderbar!

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