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Karriere im Pflegeberuf – so geht’s. Die steile Erfolgsgeschichte unserer Powerfrau Anna Schwengler.

intensivpflege Karriere Anna Schwengler

Unsere stellvertretende Geschäftsführerin Anna Schwengler über ihren prägenden und spannenden Weg von der aktiven Pflege in die Leitung eines Intensivpflegedienstes.

Die gelernte Bürokauffrau und Gesundheits- und Krankenpflegerin für Intensiv- und Anästhesiepflege ist seit 2015 beim Lebenswert-Team angekommen. Im nachfolgenden Interview erfahren wir aus erster Hand, wie wichtig es ist, an seinen eigenen Berufszielen festzuhalten. Dass veränderte Lebensumstände auch oft neue berufliche Chancen mit sich bringen und dass die Intensivpflege mehr zu bieten hat, als ein schlechtes Image.

Hi Anna, schön, dass Du Dir kurz Zeit für uns nimmst. Vielleicht kannst Du uns kurz erzählen, wie alles beruflich für Dich angefangen hat und warum Du Dich für eine Karriere im Pflegeberuf entschieden hast?

Sehr gern. Ich muss ehrlich gestehen, dass meine erste Ausbildung zur Bürokauffrau eher eine Zufalls-Entscheidung war (schmunzelnd). Wie so viele dachte ich, man könne zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Berufsausbildung und in diesem Zusammenhang die Mittlere Reife gleich mit. Aber ständig im Büro zu sitzen, Ordner zu wälzen und keine Verantwortung übernehmen zu dürfen – das machte mir schon damals keinen Spaß und war mehr als langweilig.

Also beschloss ich, meinen Kindheitstraum zu verwirklichen und Krankenschwester zu werden. Allerdings wurde mir schnell klar, dass dieser Beruf keineswegs so ist, wie im Fernsehen bei „Schwester Stefanie“. Auch wenn meine Lehrjahre zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum Weiden nicht ganz einfach waren, interessant waren sie auf jeden Fall. Mir wurde bewusst, dass die Tätigkeit auf einer Normalstation für mich absolut nicht in Frage kommt. Wer mich kennt weiß, dass ich „Action“ und Herausforderung brauche! Deshalb habe ich mich gleich nach meiner Ausbildung auf der Intensivstation des Klinikums beworben. Die tolle Einarbeitung, ein kompetenter Teamleiter und liebe Kollegen haben mich in meiner Entscheidung bestätigt.

Damals war ich überzeugt: jetzt geht es für mich nicht mehr groß weiter, schließlich hatte ich alles erreicht, was ich mir bis dahin vorgenommen hatte. Als ich dann aber meinen zukünftigen Mann kennenlernte, der zu dieser Zeit in München lebte, entschloss ich mich spontan zum Umzug in die Landeshauptstadt. Ich dachte: München, super – da kann ich was erleben und nochmals Erfahrungen sammeln. Und in der Tat: bereits kurze Zeit später erhielt ich das Angebot für eine Weiterbildung zur Intensiv- und Anästhesiefachkraft im Klinikum Schwabing. Eine Chance, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. Es folgten im wahrsten Sinne zwei „intensive“ Jahre Schule und Weiterbildung auf verschiedenen Intensivstationen.

Doch so schön es in München war, das Heimweh war stärker. Nach Abschluss meiner Weiterbildung zog es uns beide zurück in die Heimat. Zu Hause angekommen wurde mir schnell klar, dass die Suche nach einem neuen guten Job in der Intensivpflege keineswegs einfach war. Zudem wurden in den Kliniken der Nordoberpfalz zu dieser Zeit keine Intensivfachkraft gesucht bzw. keine neuen Stellen vergeben. Meine Mutter war es schließlich, die mir den Tipp gab, mich in der ambulanten Intensivpflege zu bewerben. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs wenig begeistert war, sah aber auch keine andere Lösung.

Bei meinem neuen Arbeitgeber, einem Intensivpflegedienst in Weiden, lernte ich schnell, dass Klinik und ambulante Pflege zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind. Allerdings hat es mir von Anfang an Spaß gemacht, meinen Traumjob als Pflegefachkraft und meinen zuerst erlernten Beruf miteinander kombinieren zu können.

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Wann und wie bist Du zu Lebenswert gekommen?

Bei meiner damaligen Tätigkeit im Intensivpflegedienst lernt man schnell die wichtigsten Mitbewerber im näheren Umfeld kennen. Da stach mir Lebenswert natürlich ins Auge. Das Unternehmen und das Konzept der Intensivpflege-WG war einfach immer und überall präsent, wirkte einfach sehr professionell.

Natürlich wechselt man nicht einfach über Nacht. Mir persönlich ist es sogar anfangs sehr schwergefallen, mich durchzuringen. Erst im zweiten Anlauf gab ich mir einen Ruck und bewarb mich beim Intensivpflegeteam. Den entscheidenden Ausschlag für meinen Wechsel gab dann ein sehr persönliches und sympathisches Vorstellungsgespräch mit Wolfgang und Nermin Karbstein (damals Nermin Kaya). Letztendlich waren es die zwei, die mich mit ihrer Philosophie und Einstellung zum Pflegeberuf mitgenommen und begeistert haben. Ich bin absolut froh, diesen für mich so wichtigen Schritt gemacht zu haben.

In nur drei Jahren zur stellvertretenden Geschäftsleitung. Wie hast Du das in der kurzen Zeit geschafft?

Wie jeder Mitarbeiter habe ich zunächst als ganz normale Pflegefachkraft in der Wohngemeinschaft angefangen. Dank meiner Weiterbildung zur Anästhesie- und Pflegefachkraft und der guten Beurteilung durch meine Vorgesetzten wurde mir schon nach kurzer Zeit die Position der stellvertretenden Pflegedienstleitung angeboten. Eine tolle Herausforderung, die ich natürlich gerne annahm. Schon bald darauf wurde ich zur entsprechenden Weiterbildung geschickt und zur PDL befördert. Der neue Job war genau mein Ding. Ein perfekter Mix aus Kontakt mit Menschen, meiner großen Leidenschaft – der Pflege an sich – und der ein oder anderen Verwaltungsaufgabe.

Knapp zwei Jahre später überraschte mich Wolfgang eines Morgens im Büro mit der Frage: „Anna, hättest Du etwas dagegen, wenn ich Dich zur stellvertretenden Geschäftsführerin befördern würde?“ Bis ich ihm das ganze abnahm, musste er es dreimal wiederholen (herzhaft lachend).

Was man dazu wissen muss: mit dem Verkauf von Lebenswert an die Opseo-Gruppe Anfang des Jahres, wurde entsprechend umstrukturiert. Nachdem Wolfgang Karbstein mehr und mehr ins Cluster-Management der Opseo-Gruppe involviert wurde, suchte er nach einer zuverlässigen Back-up-Lösung, auf die er sich verlassen kann und die ihm den Rücken frei hält.

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Als stellvertretende Geschäftsführerin erwarten Dich viele neue, spannende Herausforderungen. Worauf freust Du Dich am meisten?

Ich persönlich bin jemand, der lieber mehr als zu wenig Verantwortung braucht. Bei all dem Stress, der damit verbunden ist, ich freue mich auf dieses „Mehr“ an Entscheidungsfreiheit. Vor allem ehrt es mich, dass Nermin und Wolfgang mir so viel Vertrauen schenken und mir gewissermaßen ihr „Baby“ anvertrauen. Dabei wird es als neues Mitglied einer deutschlandweiten Intensivpflegefamilie auch bestimmt nicht langweilig. Man knüpft täglich neue Kontakte und lernt neue Ansprechpartner kennen – sowohl in der Opseo-Gruppe, als auch durch sonstige Kooperationen.

Was hast Du Dir persönlich für Ziele gesetzt?

Mein Ziel ist es, das Unternehmen weiter so gut und ganz im Sinne von Wolfgang und Nermin zu führen und voranzubringen: mit motivierten Pflegehelden, einer transparenten, organisierten Struktur und ganz viel Nähe zum Menschen. Weil ich aus der Pflege komme, weiß ich, was unserem Team am Herzen liegt, wo wir ansetzen sollten und auf was es im Pflegealltag besonders ankommt.

Wir möchten auch weiterhin eine echte Arbeitgebermarke sein und immer mehr Pflegefachkräfte für unseren Beruf begeistern und an Bord holen. Dazu überlegen wir uns immer neue Anreize und versuchen auch beim Thema Weiterbildung voranzugehen. Die Stimmung im Team muss passen und zwar auf allen Ebenen. Denn nur dann geht jeder, mich selbst eingeschlossen, gerne in die Arbeit.

Wie profitierst Du konkret bei Lebenswert von Deinen Praxiserfahrungen?

Ich glaube jeder, der in der Pflege arbeitet, wird von diesem Beruf, den Erlebnissen und Grenzerfahrungen besonders geprägt. Und das ist auch wichtig und gut so. Im Klinikalltag durfte ich viel sehen und erleben, was mir in der Heimat wahrscheinlich nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre. Die Erfahrungen mit besonderen Krankheitsbildern, -verläufen und seltenen Therapieformen sind auch heute im ambulanten Bereich immer wieder nützlich. Gerade bei Reanimationen oder Notfällen im Kanülenmanagement kann ich einen kühlen Kopf bewahren, schnell und sicher reagieren.

Interessanterweise sind Hausärzte in der ambulanten Intensivversorgung oft unsicher und auf unser Fachwissen angewiesen. Der besondere Reiz liegt hier darin, auch mal einen Mediziner oder andere Kooperationspartner fachlich beraten zu können.

Ganz nebenbei konnte ich mir im Laufe der Jahre auch eine sehr gute Menschenkenntnis aneignen. Ohne die wäre ich nicht da, wo ich heute bin.

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Wachstum bedeutet ja auch immer mehr Personal. Wie schaffst Du es, den persönlichen Draht zu Euren Mitarbeitern aufrechtzuerhalten?

Es beginnt damit, dass ich jeden Mitarbeiter im Vorstellungs- und Vertragsgespräch persönlich kennenlerne. Da ich auch immer wieder in den Wohngemeinschaften vor Ort und bei den Teambesprechungen dabei bin, gewinnen Teammitglieder schnell Vertrauen. Sie merken, dass sie mit Problemen, Fragen und Wünschen auf mich zukommen können. Und gerne auch zu einem netten Plausch – mal ganz Off-Topic. Diese Nähe und Offenheit sind mir sehr wichtig.

Und wie reagiert das Team auf Deinen Aufstieg?

Sehr positiv. Einige Mitarbeiter kennen mich noch als „normale“ Pflegefachkraft aus der WG in Tirschenreuth. Sie freuen sich über meinen beruflichen Aufstieg und auch darüber – ich hoffe das klingt jetzt nicht eingebildet – mich als Chefin zu haben. Weil sie eben wissen, dass ich eine von ihnen bin und immer ein offenes Ohr für alle haben werde.

Was müsste sich Deiner Meinung nach ändern, damit mehr Menschen in den Pflegeberuf kommen?

Ich finde, der Pflegeberuf müsste einfach ein höheres Ansehen in unserer Gesellschaft genießen. Kassen und Staat sollten die Betriebe besser fördern, damit sie höhere Gehälter zahlen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen können. Aber es geht ja nicht nur um Gehalt, Sonderzahlungen, Urlaubstage und so weiter. Sondern auch um die ganz banalen Dinge, wie beispielsweise Zeit für Bewohner und Patienten – Stichwort Pflegeschlüssel –, Hilfsmittel für rückenschonende Arbeitsweisen, weniger Druck und faire Kontrollen durch die Prüfinstanzen und die Dokumentation auf das wirklich Wichtige zu beschränken.

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Warum ist Lebenswert für Dich ein guter Arbeitgeber?

Lebenswert bietet eine absolut mitarbeiterorientierte Plattform. Das, was sich Pflegekräfte in anderen Unternehmen wünschen, ist bei uns in den meisten Fällen selbstverständlich. Zum Beispiel eine Betriebsrente, Weihnachtsgeld, ein Relaxtag, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, überdurchschnittliche Bezahlung und vieles mehr. Lebenswert ist für seine Mitarbeiter da, egal in welcher Lebenssituation. Und das macht auch Sinn, denn nur eine glückliche und zufriedene Kraft kann auch liebevoll pflegen.

Hast du in Deinem privaten Umfeld schon mal Erfahrungen mit Intensivpflege gemacht?

Nein, zum Glück nicht. Allerdings: Vor einigen Monaten wurde ich zweimal operiert und war dadurch lange Zeit außer Gefecht und selbst auf Pflege angewiesen. Daher weiß ich, wie wichtig gute und zuverlässige Pflege von einfühlsamen und fachlich guten Kräften ist. Oft haben mir nette und aufbauende Worte schon geholfen, wieder nach vorne zu schauen und zu kämpfen.

Wir haben jetzt so viel über die Karrierefrau und passionierte Pflegefachkraft Anna Schwengler erfahren. Bist Du privat auch so zielstrebig? Was machst Du besonders gerne und was, um einfach mal runter zu kommen?

Im Moment heißt es jeden Tag „ab auf unsere Baustellen“, denn wir sind gerade beim Hausbau und renovieren parallel noch ein Nebengebäude. Ich verbringe auch gerne viel Zeit mit meinem Mann. Egal ob Radfahren, Schwimmbäder unsicher machen oder sich einfach mit unseren fünf griechischen Landschildkröten beschäftigen. Die Landschildkröten sind überhaupt unser größtes Hobby, sprich eine naturnahe Aufzucht der Tiere. Deshalb bauen wir gerade als 3. Projekt ein spezielles Gewächshaus, in dem sie ab nächstem Jahr überwintern können. Quasi ein neues Schildkrötenparadies. Momentan bereiten sie sich auf ihren wohlverdienten Winterschlaf vor – dieses Jahr noch im Kühlschrank (schmunzelnd).

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