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Erfolgreich pflegen trotz Sprachbarriere – die Erfolgsgeschichte unserer Lebenswert-Teamleiterin Dagmar Jilkova.

Intensivpflege Karriere Dagmar Jilkova

Die gebürtige Tschechin Dagmar Jilkova über ihren Ein- und Aufstieg bei Lebenswert und dass eine Sprachhürde kein Hindernis, sondern eine machbare Herausforderung ist.

Dobrý den! Mein Name ist Dagmar Jilkova, geboren 1971 in Eger (Tschechien) und seit meinem 18. Lebensjahr im Pflegeberuf aktiv.

Eigentlich wurden die Weichen für meinen künftigen Beruf schon in meiner Kindheit gestellt. Als kleines Mädchen habe ich oft die Ferien bei meiner Oma in Skalna verbracht. Dort waren viele ältere Leute, darunter übrigens auch viele Deutsche. Hier hilft man natürlich, wo man kann und ich bekam oftmals zu hören: „Mädchen, du musst Krankenschwester werden und kranken Leuten helfen“. Damals war ich ungefähr zehn Jahre alt und mir war klar, welchen beruflichen Weg ich einschlagen würde.

Ich begann meine Karriere als Pflegefachkraft direkt nach meinem Abitur im Jahr 1990, damals noch in Tschechien. Anfangs arbeitete ich in der inneren Abteilung eines Klinikums, später auf einer Intensivstation, auf der überwiegend koronare Herzkrankheiten behandelt wurden.

Mein Weg zur Wundspezialistin.

2001 hatte ich dann zum ersten Mal Kontakt mit der deutschen Pflege, also dem deutschen Gesundheitssystem. Es mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber ich interessiere mich schon immer für Wunden aller Art. Man könnte fast sagen, „Wunden sind mein Hobby”. So kam es, dass ich mich in Deutschland sehr stark mit dem Thema „Aufrechterhaltung eines feuchten Milieus im Wundbereich“ befasst habe. Das war übrigens nicht leicht für mich, denn ich musste erst einmal die deutsche Sprache lernen. Zum Glück haben mir viele Kollegen geholfen und hatten Geduld mit mir. Dafür bin ich ihnen heute noch dankbar.

Für mich hieß es also erst mal deutsche Medizin-Literatur wälzen, um die Fachausdrücke in meinen Kopf zu kriegen. Inzwischen komme ich ganz gut zurecht, wobei ich mit so manchem Dialekt immer noch zu kämpfen habe (lacht). Trotz aller Sprachhürden habe ich es geschafft und darf mich seit 2016 zertifizierte Wundexpertin nennen.

Bis 2017 war ich als Wundexpertin und stellvertretende WBL in einem Pflegeheim tätig. Allerdings habe ich mich dort nicht besonders wohl gefühlt und wäre fast in die Burnout-Falle gerutscht. Ich sah dort einfach überhaupt keine Chance, mich weiterzuentwickeln und meine Fachkenntnisse auszubauen.

Intensivpflege Karriere Dagmar Jilkova

Meine neue Perspektive bei Lebenswert.

Zum Glück bin ich dann auf Lebenswert aufmerksam geworden. Das offene, hilfsbereite Team und die vielen Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen, haben mich total überzeugt. Deshalb fiel es mir auch sehr leicht, meinen Arbeitgeber zu wechseln.

Angefangen habe ich in der WG. Hier war ich sofort sehr angetan von der angenehmen Atmosphäre. Auch mein damaliger Teamleiter hat mich wirklich super unterstützt, war sehr kompetent und hatte viel Geduld mit mir. Eine meiner Aufgaben war es, das Thema „Heimbeatmung“ (maschinelle Beatmung) intern zu optimieren. Deshalb wurde mir gleich ein Basiskurs zur „außerklinischen Intensivpflege“ angeboten, den ich natürlich gerne absolvierte.

Die Intensivpflege-Wohngemeinschaft in Selb bietet mir alle Möglichkeiten, meinen Beruf voll auszuleben. Hier kann ich mich komplett auf meine Arbeit konzentrieren. Es steht mir immer offen, mich weiterzubilden – genauso wie jedem meiner Kolleginnen und Kollegen.

Aktuell betreue ich zwei Klienten in Selb, für die ich mir wirklich Zeit nehmen kann. Ich stehe nicht mehr unter diesem permanenten Druck wie damals im Pflegeheim. Heute frage ich mich tatsächlich, wie ich im Heim 12 Bewohner gleichzeitig betreuen konnte. Manchmal mache ich mir sogar Vorwürfe, weil bei so vielen Klienten natürlich auch die Qualität der Pflege leidet.

Mein Aufstieg zur Teamleiterin.

Seit 2018 bin ich als Teamleiterin der WG Selb tätig. Etwas, worauf ich sehr stolz bin. Schließlich wird man als Teamleiterin nicht geboren, sondern man muss sich diese Position hart erarbeiten.

Besonders wichtig ist mir, das Team so zusammenzuhalten, wie es ist. Hier sind vor allem Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gefragt. Ich meine… Mir ist natürlich klar, dass überall, wo Menschen zusammenarbeiten, auch Konflikte entstehen können. Aber genau diesen Konflikten will ich vorbeugen. Da wir alle sehr viel Zeit in der Arbeit verbringen, ist es umso wichtiger, dass sich alle wohlfühlen. Und das haben wir zu einem großen Teil selbst in der Hand.

#pflegeattraktivermachen

Leider genießt die Pflegebranche kein besonders gutes Image. Das ist sehr schade! Eigentlich sollte es so sein, dass Arbeitgeber sich die besten Pflegekräfte aussuchen könnten. Aber das ist utopisch… überall mangelt es an gutem Pflegepersonal. Das liegt auch daran, dass diese Berufe von der Gesellschaft zu wenig anerkannt werden. Und genau hier sollte man ansetzen. Pflegeberufe müssen unbedingt wieder attraktiver werden. Ziel der Politik sollte es sein, dass in unserem Gesundheitssystem gut ausgebildete und empathische Menschen arbeiten, die für ihre Leistungen und ihren wichtigen Beitrag wertgeschätzt und fair bezahlt werden.

Intensivpflege Karriere Dagmar Jilkova

Familie und Beruf – mal ganz ehrlich.

Ich muss zugeben, dass es nicht immer einfach ist, Haushalt, Erziehung, Garten und Beruf in Einklang zu bringen. Das ist es glaub ich in keinem Beruf. Es ist sogar manchmal echt hart, den inneren Schweinehund zu überwinden. Aber ich bemühe mich, Prioritäten zu setzen und jeden Tag entsprechend zu strukturieren. Dann klappt das auch.

Irgendwann möchte ich den Himalaya sehen.

Ich reise sehr gerne. Vor allem die Berge haben es mir angetan. Irgendwann möchte ich den Himalaya sehen. Wobei mich auch schon die Herrlichkeit der Alpen verzaubert hat. Obwohl ich beruflich viel auf den Beinen bin, spielt auch der Sport eine wichtige Rolle in meinem Leben. Ich habe sogar zehn Jahre lang aktiv Basketball gespielt. Mittlerweile besuche ich gerne Sportkurse, zum Beispiel Yoga und Pilates oder ich gehe schwimmen.

Mein Motto: „Carpe diem – nutze den Tag“. Das nehme ich leider oft zu wörtlich und schaffe es deshalb nur ganz schwer, abzuschalten und mich zu entspannen. Seit einiger Zeit habe ich zum Glück Yoga für mich entdeckt. Ich bin überzeugt davon, dass es dabei hilft, Alltagsstress zu reduzieren. Nach einer Yoga-Stunde fühle ich mich jedenfalls total entspannt.

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