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Ausbildung zum Atmungstherapeuten erfolgreich abgeschlossen – geballtes Know-how für unser Intensivpflegeteam.

Intensivpflege Beatmungstherapeuten

Lebenswert gratuliert seinen drei frisch gebackenen Atmungstherapeuten Sandra Ebenschwanger, Felix Bauer und Sebastian Santl. Die Erfolgsgeschichte unserer Pflegehelden zeigt, wie sinnvolle Weiterbildung Qualität und Sicherheit in der Pflege steigern kann.

Im vergangenen Dezember 2018 war es endlich soweit. Nach über 18 Monaten im wahrsten Sinne „intensiver“ Ausbildung erhielten unsere drei Pflegehelden Sandra Ebenschwanger, Felix Bauer und Sebastian Santl am 14.12.2018 ihre Zeugnisse zum Atmungstherapeuten (m/w/d) überreicht. Damit schließen Sie eine wichtige Lücke im Bereich der Beatmungspflege und setzen mit Lebenswert neue Maßstäbe in der ambulanten Betreuung von Beatmungspatienten.

Die Lücke in der Beatmungspflege – Zeit als zentraler Engpass.

Die außerklinische Intensivversorgung ist heute wichtiger denn je. Patienten werden älter, Medizin und Technik schreiten stetig voran. Gleichzeitig muss das Pflegepersonal trotz Personalmangel zu jeder Zeit auf dem aktuellen Wissensstand sein. Auch die Zeit, um sich umfassend in lebenserhaltende medizinische Geräte wie Beatmungsmaschinen, Hustenassistenten oder Pulsoxymetern einzuarbeiten ist knapp.

„Gerade im Bereich der Diagnosestellung können akute Notfälle trotz der hochtechnisierten ‚häuslichen Intensivstation‘ leider nur klinisch therapiert werden“, erläutert Atmungstherapeut Felix Bauer. Hier gilt es Lücken zum Wohle des Patienten zu füllen. „Entscheidend ist ein geschultes Auge, Komplikationen zu erkennen, Maßnahmen einzuleiten und reaktionsschnell Kontakt mit den Hausärzten bzw. Kliniken aufzunehmen.“

Der Atmungstherapeut als Antwort.

Um diese Defizite zu beheben, gibt es nun schon seit mehreren Jahren das Berufsbild des Atmungstherapeuten. Die benötigte Qualifikation erfolgt in einer 18-monatigen Ausbildung bei der DGpW, für die wir gleich drei unserer motivierten Pflegefachkräfte ins Rennen schickten. Eine erfolgreiche, aber auch extrem anspruchsvolle Mission, die wir uns alle zugegebenermaßen etwas einfacher vorgestellt hatten. Evidence Based Nursing, Blutgasanalysen, Leitlinien und studiengestütztes Arbeiten – all diese Kompetenzen mussten theoretisch erlernt und praktisch umgesetzt werden.

„Für einen ‚Außerkliniker‘ harter Tobak, selbst für unsere Kliniker war es alles andere als ein Spaziergang“, berichtet Atmungstherapeut Sebastian Santl. „Aber nun stehen wir hier, ausgebildet aber noch lange nicht am Ende. Für uns geht es jetzt erst richtig los.“

Wie der Patient von dieser Spezialisierung profitiert.

Dank der neuen Aufgabengebiete können Patienten mit langen Liegezeiten nun endlich besser versorgt werden. Dabei kommt der Auswertung von Blutgasanalysen eine besondere Bedeutung zu, da wir auf ihrer Grundlage eine eventuelle respiratorische Azidose, bzw. Alkalose bestimmen, bewerten und die Parameter am Beatmungsgerät anpassen können. Gleichzeitig erkennen wir, ob ein Defizit im metabolischen Schenkel vorliegt und der Klient eventuelle Puffersubstanzen benötigt. In besonders dringenden Fällen nehmen wir direkt Kontakt mit einem klinischen Weaningzentrum auf und veranlassen die Weiterleitung des Patienten.

Unsere Atmungstherapeuten integrieren Phonationsventile, die auf die Trachealkanülen angebracht werden – Patienten erhalten somit erneut die Möglichkeit, verbal zu kommunizieren. Auch während der Beatmung gibt es die Möglichkeit mit Sprechventilen zu arbeiten. Dabei müssen Einstellungen am Respirator angepasst, Inspirationsdrücke erhöht aber auch Alarmgrenzen wie Atemzugvolumen und Minutenvolumina nach oben korrigiert werden, um mögliche Leckagen bei den entblockten, bzw. gefensterten Trachealkanülen zu kompensieren.

Der obligatorische Know-how-Transfer – das Team als Ganzes stärken.

Um möglichst flexibel arbeiten zu können ist es wichtig, auch neue Kollegen in die Gerätschaften einzuweisen. Ob Pulsoxymeter, Absauggeräte oder Cough-Assist – oft haben junge Pflegefachkräfte aber auch „alte Hasen“ erstmals Kontakt zu den lebenserhaltenden und unterstützenden Maschinen. Der Respekt ist groß, Unsicherheit beim Umgang mit der Medizintechnik ein stetiger Begleiter. „Durch intensive Einarbeitung, aber auch monatliche In-House Schulungen können wir diese Barriere überwinden und unsere Pflegequalität im Team noch weiter ausbauen“, so Atmungstherapeutin Sandra Ebenschwanger. Anleitungen zum richtigen Absaugen, egal ob oral, endotracheal oder subglottisch, sowie die korrekte Durchführung eines Trachealkanülenwechsels, gehören zum Basiswissen in der außerklinischen Intensivpflege. „All dies ist nur ein kleiner Teil unseres weit gefächerten Aufgabengebiets. Auch unser Wissen muss stetig aktuell gehalten und erweitert werden. Dabei freuen wir uns auf die vielseitige aber auch anspruchsvolle Arbeit in unseren Wohngemeinschaften. Es macht Spaß unser Wissen für den Patienten einzusetzen.“

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